Jungjägerausbildung

Mündliche Jägerprüfung

24.04.2026

Kreis Warendorf/Stromberg.

So ruhig und beschaulich die Szenerie an diesem Mittwochmorgen in Stromberg wirkte, so groß war die Aufregung im Innern der Jägerinnen und Jäger, die sich am Mittwoch und Donnerstag im Hotel „Zum Burggrafen“ der diesjährigen mündlichen Jägerprüfung der Kreisjägerschaft Warendorf stellten.

Er habe nur anderthalb Stunden geschlafen, seit vier Monaten denke er nahezu ununterbrochen an die Prüfung, erzählt Johannes Eske. Dem jungen Mann steht die Erleichterung darüber, die Prüfung erfolgreich bestanden zu haben, buchstäblich im Gesicht geschrieben. Noch immer angespannt wirktehingegen schien die Jungjägerin Bettina Dirks, die gemeinsam mit Eske geprüft wurde. Zwar habe sie, wie siesagt, ihr Wissen nichtkomplett abrufen können,dennoch hat es zu ihrergroßen Erleichterung am Ende auch für sie gereicht.

Während sich im Prüfungsraum die Prüfer über Bestehen und Nichtbestehen beraten, berichten Eske und Dirks den nachfolgenden Prüflingen Steffen Gloger und Hans-Jürgen Dirks von ihrem Prüfungsverlauf. Wie Gloger sagt, habe er zwar die schriftliche Prüfung und das Schießen bestanden, dennoch sei angesichts des gesamten Prüfungsmarathons eine gewisse Nervosität nicht zu leugnen. Diese ist auch Mitprüfling Dirks anzumerken. „Jagd kann ja nicht so wild sein“, habe er vor der Anmeldung zum Jungjägerkurs gedacht. Doch die Wirklichkeit holte ihn schnell ein. „Dass das Themenfeld der Jagd so umfangreich und komplex ist, hätte ich nie vermutet“, räumt er seinen früheren Irrtum ein.

Inzwischen hat er viel dazugelernt: Er kann eine große Anzahl von Wildtieren benennen und unterscheiden sowie deren Eigenarten, Körperbau und Lebensweise beschreiben. Sein Prüfungskollege Gloger ergänzt, dass der „Jägersprech“ für ihn völliges Neuland gewesen sei. So heißt der Schwanz von Marder oder Fuchs im Jägerlatein „Lunte“, beim Hasen und Kaninchen „Blume“ und bei Hirscharten „Wedel“, nennt Gloger einige Beispiele der neu zu erlernenden Fachbegriffe.

Das abgefragte Wissen geht jedoch weit über das Jägerlatein hinaus. Wer Jungjäger werden will, muss sich ebenso im Waffenrecht, in der Waffenkunde, im Jagdbetrieb und Jagdrecht, in der Wildbiologie sowie im Naturschutz auskennen. Nicht umsonst wird die Jägerprüfung auch als „Grünes Abitur“ bezeichnet.

Während 20 Prüflinge im Grünen Zentrum in Warendorf geprüft wurden, nahmen 21 Teilnehmer desJungjägerkurses in Stromberg an der Prüfung teil. Wie der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Warendorf, Josef Roxel, berichtete, der gemeinsam mit Dirk Klissa, Alfred Nettebrock, Linda Hortmann und Marvin Geßner zu den Prüfern zählte, seien zum Teil sehr gute Ergebnisse erzielt worden. Von den insgesamt 41 Teilnehmern sei lediglich eine Person bei der schriftlichen Prüfung und eine weitere beim Schießen durchgefallen.

Auch bei den mündlichen Prüfungen ergab sich insgesamt ein ähnlich positives Bild: Hier konnten alle Prüflinge mit ihrem Wissen über Wild, Wald und Natur überzeugen. „Die guten Resultate, die die Prüflinge erzielt haben, gehen nicht nur auf deren Fleiß zurück, sondern sind auch ein Zeichen für die hohe Qualität der Jungjägerausbildung der KJS Warendorf“, zeigt sich deren Vorsitzender Josef Roxel überzeugt.

Daher galt sein Dank am Ende dem engagierten Dozententeam genausowie Stefan Hartwig, der als Inhaber des Hotels „Zum Burggrafen“ der Kreisjägerschaft seit Jahren seine Räumlichkeiten für die Durchführung der Prüfung zur Verfügung stellt.

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